Wie kommen Sie bei Industrie 4.0 charmant aus der Rabattschlacht heraus?

0815 webSie und ich wissen: Wir tun uns ja im Maschinenbau eher schwer, Wertpreise aus Kundensicht zu ermitteln. Der Standard ist das seit Jahrzehnten heruntergebetete Kalkulationsgedöns aus der Mottenkiste der BWL. Sozusagen das Mantra vom Schema F. Generationen sind immer noch auf der Suche nach einer praxistauglichen Alternative, finden diese aber nicht, weil ihr Tunnel-Denken sie einfach zu stark blockiert. Meiner Meinung nach liegt der Schlüssel im Kundendialog. Und hier speziell in der intensiven Entdeckungstour der Linksrumwelt des Kunden. Die Neurowissenschaften legen dazu ja einen Beweis nach dem anderen vor. Wie las ich außerdem neulich: „Steigern Sie Ihren Deckungsbeitrag XY um 0,37 %“. Es ist zu befürchten, dass das tatsächlich ernst gemeint ist. Wichtig dabei scheint auch die 3 hinter dem Komma zu sein. Und nun das: Die digitale Welt pfuscht uns in den gebenchmarkten Exceltabellen mächtig dazwischen. Ist auch gut so: Schließlich weiß Hänschen längst - ohne Hochschulstudium -, dass der Homo oeconomicus ein verwissenschaftliches Hirngespinst von Theoretikern war.

Daher frage ich neuerdings bei jungen Teilnehmern in Workshops, wer Zugang zu einem 3D-Drucker hat und was er damit so in seiner Freizeit anstellt. Und Sie glauben gar nicht, was da brodelt. Drum bin ich froh, das entdeckt zu haben! Echte Arbeit an der Basis.

Also: Unternehmer, aufgepasst! Da draußen gibt es bereits einige Chefs, die mit atemberaubendem Tempo ganze Geschäftsmodelle zerstören und zerlegen – auch im Maschinenbau. Wichtig dabei: Sie tun das nicht etwa boshaft oder auch nur unwissend. Im Gegenteil: Sie sind begeistert von den Commons ihrer Werte-Szene. Nicht der Profit steht bei ihnen im Mittelpunkt, sondern die Idee einer besseren Welt. So einfach ist manchmal Wahrheit. Diese Generation krempelt den Kapitalismus gerade gehörig um. Warum? Lassen Sie es uns am Beispiel Handwerk illustrieren: Der moderne Handwerker braucht nämlich keine eigene Fertigung mehr. Patente – Wozu das denn? Kostet nur unnütz Geld und Zeit. Viel zu aufwendig. Geschwindigkeit ist Trumpf! Die neue 3D-Druck-affine Generation klickt lieber im CAD-System oben rechts auf dem Bildschirm die Option „3D-Druck regional, national oder international“ an. Fertig. Schließlich haben die aufkommenden 3D-Druckzentren alle erdenklichen Materialien zu bieten. Zuvor hat sich der Handerker natürlich via Websession mit anderen Gleichgesinnten die neuesten Infos vom Anwender berichten lassen. Ich sage nur "Arena" aus meinem Optimierer-Haus. Sozusagen alles in Echtzeit. Wie bieten da zukünftig Großkonzerne wohl Paroli, mit ihren ganzen Jour Fixes und klar geregelten QM-Systemen? Erst mit massivem Kapitaleinsatz, klar, aber dann? In der Energiebranche geht dazu ja gerade die Post ab.

Zugegeben: Das alles klingt noch nach Zukunftsmusik – in unseren Breitengraden zumindest. Aber das Mooresche Gesetz beim 3D-Druck gilt längst nicht mehr; es geht deutlich schneller. Daher: Gucken Sie mal bei Ihnen im unmittelbaren Umfeld: Wer investiert in 3D-Druck? McKinsey zählt übrigens 3D-Druck zu den zwölf Technologien, die die Welt verändern werden. Und die Jungs und Mädels sind ohne Zweifel sehr gut informiert.

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Maschinenbauer! Holt euch den Vertriebserfolg

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